Liebe Ida, das gefällt mir, was Du sagst. Ich neige persönlich dazu, solche schematischen Anforderungen erfüllen zu wollen, komme dann irgendwann an den Punkt, dass ich merke, ich kann das so nicht und will auch nicht, und dann quäle ich mich entweder durch oder werfe hin. Beides ist beim Schreiben nicht hilfreich. Aus meinem Schreibkurs habe ich mitgenommen, so etwas wie eine Landkarte zu entwickeln, den Weg, den die Geschichte nimmt. Und besonders das Ende, das Ziel zu sehen. Auch dieser Plan hat sich inzwischen mehrmals geändert, genauso wie das Ziel. Aber dieses grobe Gerüst finde ich hilfreich, und im Leben ist es ja auch so, dass nichts so konstant ist wie die Veränderung.
Ich mußte schmunzeln, als ich deinen Beitrag gelesen habe : -) Vielleicht ist es ja wirklich so einfach.....ein Anfang, ein Ende und alles übrige ergibt sich beim Schreiben. Es ist ja wirklich so, jeder hat eine andere Art zu schreiben mit ganz unterschiedlichen Ansatzpunkten. Im Urlaub habe ich wieder ein paar Bücher gelesen und immer wenn ich ein paar Bücher gelesen habe, habe ich die Gedanken... das kann ich nie und nimmer so gut. Es dauert eine Weile bis ich diese Gedanken wieder verdrängt habe und mir das Schreiben wieder Spaß macht, denn perfekt muß gar nichts sein. Fortschritt nicht Perfektion...so wie es bei der Schreiberin immer geschrieben steht. lg Rebecca
Genau, schreib einfach erstmal und vergleich Dich vor allem nicht mit anderen! Schreiben bedeutet wie alle anderen kreativen Tätigkeiten zehn Prozent Talent und neunzig Prozent Arbeit/ Fleiß. (oder so ähnlich in diesem Verhältnis)
Perfektionieren kannst Du das Ganze immer noch, am Ende. Aber erstmal lass Deinen Ideen freien Lauf. Spiele mit Formulierungen und Worten.
Diese Vergleiche sind für mich wirklich ein Problem und sehr lästig. Nachdem ich wieder mal ein paar Bücher gelesen habe, fange ich schon wieder damit an. Wow, wie gut er/sie das geschrieben oder beschrieben hat, das kann ich sicher nicht, usw. usw. Dabei hat meine Geschichte inzwischen sehr klare Umrisse. Dank der vielen hilfreichen Hinweise, die ich hier gelesen habe, und gut, dass ich sie glesen habe, bevor ich mit meinem Projekt begonnen habe. Nach den ersten Seiten habe ich erkannt, dass es wirklich wichtig ist, die Charakter herauszuarbeiten, ihnen sozusagen Leben einzuhauchen : -) Jetzt sehe ich sie immer genauer vor mir, es werden mehr.... es ist direkt spannend.
"Schreiben bedeutet wie alle anderen kreativen Tätigkeiten zehn Prozent Talent und neunzig Prozent Arbeit/ Fleiß. (oder so ähnlich in diesem Verhältnis)" Wenn das wirklich so ist, gibt das Hoffnung.
@Rebecca: Ich hab das hier gar nicht mehr gesehen, aber heute stöbere ich mich mal durchs Forum. Also das mit dem Talent und dem Fleiß ist selbstverständlich nicht von mir, ich glaub, das hat ein ganz Berühmter gesagt, am Ende Goethe?
Manchmal finde ich diesen Ausspruch hilfreich, im Moment immer noch den mit Perfektion vs. Fortschritt. Wie gehts Deiner Geschichte?
@Die Schreiberin Mit meiner Geschichte geht es momentan nur schleppend voran. Ein Grund ist, dass die Zeit fehlt. Immer wenn ich denke, jetzt komme ich mehr zum Schreiben, tauchen Probleme auf, die meine Zeit in Anspruch nehmen. Das soll aber keine Ausrede sein. Es ist auch so, dass gerade wieder diese Zweifel da sind, ob das, was ich schreibe auch gut genug ist. Denn alle können es doch besser, usw. usw. :-) Dann denke ich an diesen Satz vom Verhältnis zwischen Fleiß und Talent (egal wer ihn gesagt hat).
Die meisten großen Taten, die meisten großen Gedanken haben einen belächelnswerten Anfang. (Albert Camus)
Zitat"Schreiben bedeutet wie alle anderen kreativen Tätigkeiten zehn Prozent Talent und neunzig Prozent Arbeit/ Fleiß. (oder so ähnlich in diesem Verhältnis)" Wenn das wirklich so ist, gibt das Hoffnung.
Du hast ja so recht mit diesem Spruch. Damit tröste ich mich auch belegentlich. Was mich dann immer wieder runterzieht, ist, dass mir von den 90% Fleiß auch mindestens 40% fehlen ...
Aber ich denke mir, man muss eine Geschichte auch reifen lassen. Nachdem ich im Nano etwa in der Mitte aufgehört habe, weil ich nur noch die Wörterzahl im Auge hatte, wifme ich mich erst mal wieder der Lektüre. Das muss auch sein. Dazwischen halte ich mich mit Kurzgeschichten fit und irgendwann ist auch wieder der Roman dran (einer von den beiden)
Viele Grüße Hanne
Wenn du etwas nicht verstehst, dann muss es doch nicht auch geich falsch sein Rosenstolz
Oh ja, auch der Fleiß fehlt bei mir hin und wieder. Besonders dann, wenn ich denke, dass es doch keinen Zweck hat, weil ich es sowieso nicht schaffe, oder wenn gerade wieder mal Dinge passieren, die mich am Schreiben hindern. Ich stehe noch ganz am Anfang, die meisten hier sind schon viel weiter, haben schon etliches geschrieben und sogar veröffentlicht.
Die meisten großen Taten, die meisten großen Gedanken haben einen belächelnswerten Anfang. (Albert Camus)
Zitat von Rebecca im Beitrag #32Mit meiner Geschichte geht es momentan nur schleppend voran. Ein Grund ist, dass die Zeit fehlt. Immer wenn ich denke, jetzt komme ich mehr zum Schreiben, tauchen Probleme auf, die meine Zeit in Anspruch nehmen. Das soll aber keine Ausrede sein. Es ist auch so, dass gerade wieder diese Zweifel da sind, ob das, was ich schreibe auch gut genug ist. Denn alle können es doch besser, usw. usw. :-)
Liebe Rebecca,
ich bin fest davon überzeugt, dass man einen Roman nicht ohne Planung schreiben kann. Wenn jemand behauptet, einfach draufloszuschreiben, nun, dann ist eben dieser erste Entwurf seine Planung. Die Erfahrung zeigt, dass man umso mehr überarbeiten muss, je weniger man in die Planung investiert hat. Manche Menschen mögen eben lieber planen, indem sie ganze Sätze schreiben, andere schreiben nur Stichwörter. Überarbeiten muss man in jedem Fall, aber bei einer geplanten Vorgehensweise ist die Überarbeitung meist einfacher und geht schneller. Auch die Formulierungen fließen einem schneller aus der Feder, wenn man ein Konzept hat und weiß, wo die Reise hingehen soll. Dabei darf man nicht vergessen, dass man einen Plan immer auch abändern kann. Wenn ich plane, morgen nach Paris zu fahren, und mir unterwegs einfällt, dass ich gerne in Straßburg einen Zwischenstop einlegen möchte, kann ich das ja tun. Hätte ich nicht mal einen Plan, würde ich wahrscheinlich nie in Paris ankommen. Zudem ist das menschliche Gehirn so konstruiert, dass es nicht so viele Informationen auf einmal verarbeiten kann. Man kann nicht alle Details, die vielleicht in einer Szene wichtig sind, im Kopf behalten, wenn diese Details schon vor siebzehn Kapiteln in dem Roman eine Rolle gespielt haben. Ich weiß ohne Planung manchmal nicht mal mehr, kommt diese Info jetzt erst vor oder nach diesem Kapitel dran? Natürlich kommt es auch noch auf die Komplexität des Plots an. Krimis sind mit ihren vielen falschen Spuren und zu Unrecht verdächtigten Personen recht komplex, sodass man hier wohl nicht um eine Planung herumkommt. Bei Fantasy ist es vor allem die fremde Welt, die man planen muss. Und das ist eine sehr umfangreiche Arbeit. Einen langen Atem braucht man schon, wenn man einen Roman schreiben will, denn wenn er gut werden soll, muss man ihn immer wieder überarbeiten. Aus meiner Sicht ist das aber gerade das Schöne daran. Ich weiß, dass einige Autoren nicht gern überarbeiten, aber ich liebe es zu sehen, wie mein Text von mittelmäßig immer besser wird. Dafür investiere ich gerne viel Zeit, weil er sich hinterher viel angenehmer lesen lässt. Es ist ein bisschen wie Ballettanzen: Alles sieht leicht, locker und fließend aus, aber in Wirklichkeit steckt jahrelange, harte Arbeit darin.
Wenn Du übrigens sagst, dass Du Zweifel hast, ob Deine Texte gut sind, kann ich Dir nur gratulieren. Es ist das Beste (!!!), was Du sagen kannst. (Natürlich nicht die ganze Zeit, dann wärst Du ja total demotiviert.) Aber grundsätzlich sind diese Zweifel Dein bester Freund, wenn es darum geht, das schwierige Handwerk des Schreibens richtig zu lernen. Wenn Du Kritik von anderen bekommst, gibt es mehrere Möglichkeiten: Die anderen mögen Dich und wollen Dir nicht wehtun. Verständlich, aber dadurch kommst Du nicht viel weiter. Die anderen mögen den Text nicht so gerne, wissen aber nicht genau, wie sie das sagen, und überhaupt nicht, wie sie das erklären sollen. Bringt Dich auch nicht weiter. Und dann gibt es noch die Kritiker, die Dir eine ehrliche Meinung zu dem Text sagen und diese auch begründen können. Und dann bist Du vielleicht erstmal frustriert, weil Du mit einer ganz anderen Reaktion gerechnet hast. Der beste Kritiker für Deine Texte bist Du aber selbst. Du hast selbst das größte Interesse, aus dem Text das Beste herauszuholen. Und wenn Du glaubst, es sei hier und da nicht gut genug, ist das eine sehr gute Ausgangsbasis. Du kannst mithilfe dieses Gefühls weiterlernen. Du musst am Anfang nicht alles perfekt hinkriegen. Aber wenn Du nicht blind in Deinen Text verliebt bist, wirst Du mit der Zeit erkennen, warum Dir die eine oder andere Stelle nicht gefällt. Und dann auch in der Lage sein, dies zu ändern.
Es heißt, man brauche etwa 10.000 Stunden Übung bis zur Meisterschaft in einem Fach. Das sind etwa 10 Jahre. In dieser Zeitspanne kannst Du eine Menge lernen. Nimm dir kleine Portionen vor - gerade bei einem Roman. Wenn Du überarbeitest (was Du nicht zu früh tun solltest), konzentriere Dich auf einzelne Aspekte, z.B. erstmal nur den Dialog, oder nur den Stil oder nur "show, don't tell". Was die Zeit zum Schreiben angeht, dazu habe ich hier (https://www.schreib-forum.de/t7457f95-Die-Chronik-eines-Schreiberlehrlings.html) schon etwas geschrieben.
Wir Verrückten in diesem Forum haben uns tatsächlich eines der schwierigsten Hobbys ausgesucht, die es gibt. :-)
Ich denke auch, jeder ist da einfach anders. @Schreibfeder, ich hab in dem anderen Thread gelesen, wie Du das Schreiben für Dich organisierst. Klingt sehr diszipliniert, das bewundere ich. Ich kann das so nicht, und da finde ich Deine Hinweise auf die Untersuchungen über die Willenskraft, die umso mehr nachlässt, je mehr Entscheidungen man treffen muss, interessant. Kein Wunder, dass ich abends meistens keine Lust mehr habe zu schreiben! Ich kann das nur leider nicht ändern, liegt in meinem Beruf begründet.
Momentan versuche ich einfach zu akzeptieren, dass ich eben nur häppchenweise schreibe. Das mit dem früher Aufstehen geht überhaupt nicht, da wäre ich im Nu in einem Schlafdefizit. Ich habe mal versucht, jeden Morgen nur 10 Minuten zu schreiben, daraus wurde auch meist eine Viertelstunde, aber dann musste ich los. (Ich sitze heute nur um diese Uhrzeit hier am Computer, weil ich Dienstags vormittags flexibel in der Zeiteinteilung bin. Das ist allerdings ein Punkt: Da hätte ich wirklich eine Stunde zum Schreiben, die wird aber immer aufgeschoben...das könnte ich per Disziplin ändern.) Jedenfalls, das mit den 10 Minuten, hauptsache regelmäßig, haut nicht hin für mich. Da verliert die Geschichte ihren Zusammenhang.
Zur Planung: komplexes Thema. Der eine plant alles durch, die andere schreibt einfach. Und das ist dann vielleicht die erste Planung. Aber vielleicht funktioniert es bei dem Dritten eben so, dass er/sie gar nicht plant, sondern das schreibt, was er "sieht"? Bei mir ist es glaube ich eine Mischung. Ich habe einen groben Entwurf der Geschichte und ein sog. Ende, aber so oft, wie die Geschichte jetzt schon irgendwo abgebogen ist, käme ich gar nicht mehr hinterher, den Entwurf abzuändern. Ich bin auch während der Arbeit soviel äußerer Struktur unterworfen, dass ich keine Lust habe, mir das auch noch in der Freizeit anzutun. Ich denke, ich werde wohl am Ende mehr überarbeiten müssen.
@Rebecca: Ich glaube, ich habe es schon mal geschrieben, aber mir geht es auch oft so, dass ich denke, ich könnte auf keinen Fall so gut schreiben wie XY. In diesem Fall sage ich mir: Vielleicht nicht, aber kommt es darauf an, "so gut zu sein wie..."? Du willst doch was Eigenständiges schreiben, etwas das charakteristisch ist für DICH. Und "gut schreiben" können: wozu muss es gut sein? Willst Du veröffentlichen? Dann los, mach weiter! Je länger ich hier in diesem Forum bin, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass einfach weiterschreiben und die Kritiken von anderen dazu aufnehmen das A und O ist. Ich lerne hier so viel! Und klar, Du könntest auch Kurse machen oder Ratgeber lesen. Und wenn Du es "nur" für Dich gut haben willst: dann mach erst recht weiter! Schreib einfach Deine Geschichte auf, egal ob die schon rund ist oder ob da noch Lücken und Ungereimtheiten sind. Ich bin sicher, der Rest ergibt sich.